Artikel päd 3/2020 Seite 150

Titel:
Pädiatrische HNO: Allergische Erkrankungen im HNO-Bereich bei Kindern und Jugendlichen – mehr als Heuschnupfen
Zusammenfassung:
Die allergische Rhinokonjunktivitis (AR) ist die am weitesten verbreitete allergische Erkrankung. Bei 13–24 % der Erwachsenen in Deutschland wurde bereits einmal die Diagnose »Heuschnupfen« (pollenbedingte saisonale AR) gestellt. Bei Kindern im Alter von 10 Jahren sind bis zu 10 %, und im Alter von 14 Jahren bis zu 20 % von Heuschnupfen betroffen. 16–36 % der deutschen Erwachsenen zeigen eine Sensibilisierung gegen Inhalationsallergene (24). Die Symptome der allergischen Rhinokonjunktivitis können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Eine bedeutende Ko-Erkrankung der AR stellt das allergische Asthma dar. Während weniger als 2 % der Personen ohne Rhinitis an Asthma leiden (8), sind es unter den Rhinitis-Patienten je nach Studie 10–45 % (8, 9, 27). Man geht davon aus, dass eine AR einen bedeutenden Risikofaktor für die Entstehung allergischen Asthmas darstellt (8, 9). Weitere Begleiterkrankungen der AR sind unter anderem Nahrungsmittelallergien, atopisches Ekzem, Neurodermitis und Sinusitis (17). Die volkswirtschaftliche Belastung der AR wird in Europa auf etwa drei Milliarden Euro jährlich geschätzt (2), die Kosten durch die Ko-Erkrankungen sind in diesen Berechnungen nicht enthalten (6). In diesem Zusammenhang fällt besonders ins Gewicht, dass Schätzungen zufolge nur 10 % der allergischen Patienten eine leitliniengerechte Therapie erhalten (6). Die unzureichende Behandlung beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Patienten, sie begünstigt auch Komorbiditäten, neue Sensibilisierungen, einen fortschreitenden Krankheitsverlauf und letztlich den Etagenwechsel zum allergischen Asthma (6, 42). Die vorliegende Fortbildung informiert über die allergische Rhinokonjunktivitis, deren leitliniengerechte Diagnostik und Therapie sowie mögliche Folgen einer inadäquaten Behandlung.
Zusammenfassung englisch:
Allergic rhinoconjunctivitis (AR) is the most prevalent allergic disease. In 13-24 % of adults in Germany, the diagnosis »hay fever« (pollen-related seasonal AR) was already made. Up to 10 % of children aged 10 years and up to 20 % at the age of 14 years are affected by hay fever. 16–36 % of German adults show sensitization to inhalant allergens (24). The symptoms of allergic rhinoconjunctivitis can significantly affect the quality of life of those affected. An important co-disease of AR is allergic asthma. While less than 2 % of people without rhinitis suffer from asthma (8), are 10–45 % rhinitis-patients doing it depending on the study (8, 9, 27). AR is believed to be a major risk factor for the development of allergic asthma (8, 9). Other comorbidities of AR include food allergies, atopic dermatitis and sinusitis (17). The economic burden of AR in Europe is estimated at around three billion euros annually (2), the cost of co-morbidities is not included in these calculations (6). It is particularly important in this context that it is estimated that only 10 % of all allergic patients receive guideline-based therapy (6). Inadequate treatment not only impairs patient quality of life and performance, it also promotes comorbidities, new sensitizations, progressive disease progression and, ultimately, changes of levels to allergic asthma (6, 42). The present training informs about allergic rhinoconjunctivitis, its guideline-oriented diagnosis and therapy as well as possible consequences of inadequate treatment.
Autoren:
Ludger Klimek
Schlüsselwörter:
allergische Rhinokonjunktivitis, Asthma, Etagenwechsel
Schlüsselwörter englisch:
allergic rhinoconjunctivitis, asthma, allergic march
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