Artikel päd 2/2020 Seite 92

Titel:
Aktuelles aus der Impfmedizin 2020
Zusammenfassung:
Die fachlichen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut und der Sächsischen Impfkommission (SIKO) bilden die Grundlage für die öffentlichen Impfempfehlungen der Bundesländer, die der SIKO für Sachsen. Die SIKO aktualisierte ihre Impfempfehlungen zum 1. Januar 2020. Vorrangiges Ziel der Pertussis-Impfung von Schwangeren, die die SIKO seit Januar 2015 empfiehlt, ist es, Neugeborene schon vor ihrer ersten eigenen Routineimpfung gegen Pertussis zu schützen. Aufgrund einer dadurch induzierten Leihimmunität wird die Ansteckungsgefahr der Säuglinge in den ersten Wochen nach der Geburt verringert. Studien zum optimalen Zeitpunkt führten gegenüber der bisherigen Empfehlung dieser Impfung im dritten Trimenon zur Empfehlung der Impfung bereits ab dem zweiten Trimenon. Hauptsächliche Vorteile der früheren Impfung sind sowohl ein vergleichsweise höherer Anteil seropositiver Neugeborener und somit bessere Seroprotektion als auch der für Frühgeborene erreichte Schutz. Niedrigerer täglicher Antikörper-Transfer in der früheren Schwangerschaft wird kompensiert durch eine längere Übertragungszeit und führt zu einer Antikörper-Akkumulation im fetalen Kreislauf. Die Pertussisimpfung in der Schwangerschaft ist unbedenklich, sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind. Haushaltskontaktpersonen zu Säuglingen sollen vorzugsweise bis vier Wochen vor dem Geburtstermin, spätestens so früh wie möglich nach der Geburt des Kindes eine Dosis Pertussis-Impfstoff (als Kombinationsimpfstoff) erhalten.
Zusammenfassung englisch:
Technical recommendations of Standing Committee on Vaccination (STIKO) at Robert Koch Institute and of the Saxon Commission on Vaccinations (SIKO) are base for public recommendations in the German federal states, that of SIKO in Saxony. Saxon Commission on Vaccinations updated her recommendations by January 1st, 2020. Prior aim of pertussis vaccination in pregnant women, recommended by SIKO since the January 2015, is to protect newborns against whooping cough before their first routine vaccination, already. Following maternal immunity, induced on this way, risk of infection for infants is reduced in the first weeks after birth. Trials concerning optimal time led to recommend vaccination in the second trimester already opposite to former recommendation in third trimester. Main advantages of earlier vaccination are both comparatively higher part of seropositive newborns, therefore better seroprotection, and achieved protection in preterm neonates. Lower daily transfer of antibodies in early pregnancy is compensated by a longer period of transfer and leads on to accumulation in fetal circulation. Vaccination against pertussis in pregnancy is uncritical both for mother and unborn child. Persons with close contact to infants should be vaccinated with one dose of pertussis vaccine (composite vaccine) preferably up to four weeks before delivery, at the latest as early as possible after birth of the child.
Autoren:
Dietmar Beier
Schlüsselwörter:
öffentliche Impfempfehlungen, Pertussis, Schwangere, Säuglinge, Kontaktpersonen
Schlüsselwörter englisch:
public recommendations on vaccinations, pertussis, pregnant women, infants, contact persons