Artikel päd 3/2014 Seite 148

Titel:
Diagnostik von psychogenen Hörstörungen im Kindesalter
Zusammenfassung:
Im Gegensatz zu den häufig beschriebenen organischen Hörstörungen sind die nicht-organisch bedingten Hörstö­run­gen in der Literatur eher unterrepräsentiert. In einer prospektiven Studie wurden die audiologischen Befunde von 20 Patienten mit psychogenen Hörstörungen analysiert. Die psychogene Hörstörung war in 17 Fällen beidseitig und in drei Fällen einseitig ausgeprägt. Das Alter der Patienten reichte von 6–17 Jahren und betrug im Durchschnitt 11,3 Jahre. Bei allen Patienten ergaben die durchgeführten objektiven Hörprüfungen einen unauffälligen Be­fund, wäh­rend die Hörschwellen im getrenntohrigen Reintonaudiogramm zwischen 30 dB und 100 dB angegeben wurden. Bei 12 von 20 Patienten lieferte das ge­trennt­ohrige Sprachaudiogramm ein un­auffälliges Ergebnis. Überschwellige Hörtests wie beispielsweise der dichotische Diskriminationstest oder das Sprachaudiogramm im Störgeräusch konnten bei hochgra­digen psychogenen Hörstörungen zur Diagnosesicherung beitragen. Konfliktsituationen im schulischen oder im familiären Bereich konnten bei der Hälfte der Patienten aufgedeckt werden. Nach deren Aufarbeitung lag das Hörvermögen wieder im Normbereich. Bei sechs Patienten ließ sich keine Besserung erzielen.
Zusammenfassung englisch:
In comparison with organic hearing loss, which is commonly report, non-organic hearing loss ist under-represented in the literature. The audiological results for 20 patients, aged between 6 and 17 years (mean 11,3), with psychogenic hearing disturbances were analysed prospectively. In 17 cases, the disturbance was bilateral and in three cases unilateral. In no case was the result of an objective hearing test exceptional, while a hearing threshold of between 30 and 100 dB was reported in singular ear, pure-tone audiograms. In 12 cases, single ear speech audiograms were unexceptional. Suprathreshold tests, such as the dichotic discrimination test or the speech au­diogram with noise disturbance, could lead to a clearer diagnosis in cases of severe psychogenic auditory impairment. In half of the patients, a conflict situation in the school or family was evident. After treatment of this conflict, hearing ability returned to normal. There was no improvements for six patients.
Autoren:
Christian R. Kothe, M. Hess, A. Breitfuß
Schlüsselwörter:
psychogene Hörstörung, Kindesalter, Hörschwelle
Schlüsselwörter englisch:
psychogenic hearing impairment, childhood, hearing threshold