Artikel forum hno 3/2020 Seite 137

Titel:
Die endoskopisch geführte Mittelohrchirurgie als komplementäre Methode zur klassischen mikroskopischen Mittelohrchirurgie
Zusammenfassung:
Die mikroskopische Mittelohrchirurgie stellt den weltweiten Standard bei Eingriffen am Felsenbein und der Otobasis dar. Sie gewährt einen binokularen Einblick und ermöglicht gleichzeitig bimanuelles Arbeiten im Operationsgebiet. Ob dieser etablierte Standard durch alternative oder unterstützende optische Verfahren zu ergänzen oder zu erweitern ist, erscheint zunächst zweifelhaft. Bereits im Jahr 1990 und in seinem 1994 erschienenen Buch »Otoendoscopically guided surgery« beschrieb der Franzose Jean-Marc Thomassin die regelmäßige Anwendung des Endoskops bei der Mittelohrchirurgie, woraufhin die Anwendung der endoskopisch geführten Mittelohrchirurgie (»Endoscopic Ear Surgery« [EES]) in den darauf folgenden Jahren in mehreren Fallserien publiziert wurde. Inzwischen liegen zahlreiche Übersichtsarbeiten und Analysen vor, die diese Technik bei verschiedensten Fragestellungen bewerten und ihren komplementären Nutzen darstellen. Eine Übersicht über die derzeit aktiven Zentren für endoskopische Ohrchirurgie weltweit findet sich auf der Webseite http://www.iwgees.org. Im Folgenden werden einige Aspekte und Krankheitsbilder dargestellt, mit denen sich die Anwender der endoskopisch geführten Mittelohrchirurgie konfrontiert sehen. Mit der einhändigen Verwendung des Endoskops ist der in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde tätige Operateur grundsätzlich gut vertraut. Dies gilt ebenso für das Arbeiten am Monitor. Mit Routine-Eingriffen, wie dem Legen eines Paukenröhrchens, kann die Handhabung auch von Weiterbildungsassistenten im Fach Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde leicht eingeübt werden. Eine Vorbereitung und Erarbeitung der endoskopisch darstellbaren Anatomie im und um das Mittelohr mittels Literatur, Kursen und Übungen im Felsenbeinlabor ist unerlässlich zur Vorbereitung auf endoskopisch geführte Eingriffe im Mittelohrraum.
Zusammenfassung englisch:
Microscopic middle ear surgery represents the worldwide standard for interventions on the temporal bone and the otobasis. It provides binocular insight and at the same time allows bimanual work in the operation area. Whether this established standard may be supplemented or extended by alternative or supporting optical methods seems doubtful at first. Already in 1990 and in his book »Otoendoscopically guided surgery« published in 1994, the Frenchman Jean-Marc Thomassin described the regular use of the endoscope in middle ear surgery, after which the use of endoscopic guided ear surgery (EES) in the following years was published in several case series. In the meantime, numerous reviews and analyzes are available that evaluate this technique in a wide range of questions and show its complementary benefits. An overview of the currently active centers for endoscopic ear surgery worldwide can be found on the website http://www.iwgees.org. In the following, some aspects and clinical pictures are presented which confront the users of endoscopically guided middle ear surgery. With the one-handed use of the endoscope the otorhinolaryngologist surgeon is basically well-versed. This also applies to working with the monitor. With routine interventions, such as the placement of a tympanic tube, the handling can also be easily practiced by further training assistants in the field of otorhinolaryngology. A preparation and development of the endoscopically representable anatomy in and around the middle ear by means of literature, courses and exercises in the temporal bone lab is essential for the preparation for endoscopically guided interventions in the middle ear space.
Autoren:
Alessandro Bozzato, Veronika Scheuer
Schlüsselwörter:
Mittelohrchirurgie, mikroskopische Methoden, endoskopische Methoden
Schlüsselwörter englisch:
middle ear surgery, microscopic methods, endoscopic methods